DIE CO2-BILANZ EINER ZWEITÄGIGEN (UN)KONFERENZ

von | Mrz 11, 2021 | Allgemein, Digital Wirksam, Digitalisierung, Lernen

Auch digitales Arbeiten sollte immer nachhaltig sein Prüfen wir doch einmal nach, wie das beim Thema „Wir führen ein virtuelles Barcamp als zweitägiges Online-Meeting durch“ funktioniert.

Die Daten dieses Artikels basieren auf dem Blogbeitrag von Gerry McGovern [https://gerrymcgovern.com/the-hidden-pollution-cost-of-online-meetings/ ] und ich habe mir die Zahlen mal genauer angeschaut und übertragen. Dabei gehe ich davon aus, dass alle an einem Videomeeting in Ultra-HD-Auflösung teilnehmen, damit wir eine Abschätzung nach oben mit Puffer haben:

Ein einstündiges Videomeeting in Ultra-HD-Auflösung verbraucht 1,3 GB an Daten pro Person.

Gerry rechnet daraus für ein einstündiges Meeting pro Tag eine Emission von 2,8 kg CO2 für zwei Personen an 250 Tagen im Jahr.

Wenn wir davon ausgehen, dass statt zwei Personen 100 Personen an 2 Tagen für jeweils 8 Stunden miteinander konferieren, dann bedeutet das:

Ein Barcamp in Ultra-HD-Auflösung entspricht einer Emission von 9,0 kg CO2.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die durchschnittliche Emission eines neu zugelassenen PKWs in der EU war 2018 ca. 0,1204 kg CO2 pro Kilometer. Damit ergibt sich pro TeilgeberIn die Menge an Kilometern, die sie zurücklegen darf, um die gleiche Menge an CO2 zu emittieren wie für die gesamte Konferenz (bei 100 Teilnehmer):

Bei der Videokonferenz in Ultra-HD-Auflösung kommt Ihr 744 m weit.

Oder anders ausgedrückt: Wenn wir uns bei einem Barcamp für 2*8 Stunden treffen, dann emittieren wir durch den zusätzlichen Strom und Datenverbauch 9 kg CO2 und das entspricht maximal 74 km, die gefahren werden dürften, um bei einem realen Barcamp dabei zu sein. Nicht 74 km pro Person, sondern für alle 100 TeilgeberInnen zusammen!

Und noch anders ausgedrückt: Ein durchschnittlicher Baum kann pro Jahr ca. 10kg CO2 absorbieren. Eine (Un)Konferenz bräuchte also nur einen Baum pflanzen, um die Emission für das Jahr auszugleichen. Und würde dann in den Folgejahren für noch mehr Absorption sorgen. Ein kleiner Beitrag für eine große Wirkung. Und das wäre digital wirksam!

Bild von LoggaWiggler auf Pixabay

Weitere spannende Berechnungen gibt es z. B. unter https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Digitaler-CO2-Fussabdruck.pdf.