Die Frederick Session – Was können wir von Frederick der Maus lernen?

von | Nov 17, 2020 | Lernen, Resilienz, Workshop

Wer kennt nicht das Kinderbuch „Frederick die Maus“ von Leo Leoni. Eine kleine Geschichte, die erzählt, wie Frederick und seine Mäusefamilie sich im Sommer für den Winter vorbereiten. Die Mäuse in der Familie sammeln dazu Getreide, Früchte, Obst, Nüsse und Gewürze. Bis auf Frederick, er sitzt still da und tut scheinbar gar nichts. Wenn die Familie ihn dann fragt, was er denn die ganze Zeit mache, dann sagt er: „Ich sammle Sonnenstrahlen“ oder „Ich sammle Farben“ und „Ich sammle Wörter“. So vergeht der Sommer. Im Winter erfreuen sich alle an ihren Vorräten, bis diese aufgebraucht sind. Da erinnern sich die Mäuse an Frederick undseine Vorräte. Sie fragen ihn: „Frederick, was ist mit deinen Vorräten?“ Frederick fängt an, von den Sonnenstrahlen zu erzählen, auf eine Weise, dass den Mäusen ganz warm ums Herz wird. Dann erzählt Frederick von den Farben und wenn die Mäuse ihre Augen schließen, können sie sehen, wie die Farben vor ihren Augen leuchten. Zum Schluss fängt Frederick an, Gedichte und Geschichten zu erzählen. Und so kommt die gesamte Mäusefamilie gut durch den Winter.

Was hat diese Geschichte nun mit unserer Situation zurzeit zu tun? Wir sind nicht nur am Anfang des kalendarischen Winters 2020, sondern auch im zweiten Corona-Lockdown. Im Unterschied zum ersten Lockdown, der uns noch überrascht hatte, haben wir jetzt die Zeit, uns besser auf diesen Corona-Winter vorzubereiten. Wir können uns fragen, was wir tun können, um gut durch diese Zeit zu kommen? Wie stärken wir unsere Resilienz? Wie können wir darauf achten, dass es uns an jedem Tag gut geht?

Ich habe diese Fragestellung in mehrere Frederick-Sessions mitgenommen. Innerhalb von jeweils nur einer halben bis dreiviertel Stunde haben wir die verschiedensten Dinge zusammengetragen. Alle haben nachgedacht, was ihr oder ihm gut tut. Zusätzlich wurden alle inspiriert durch die  Gedanken der anderen und sind auf neue Ideen gekommen, die sie oder er vielleicht so schnell sonst nicht gehabt hätte. Auf diese Art und Weise ist  der jeweilige Horizont erweitert worden. Genau darum geht es in der Frederick-Session, dass wir alle nochmal in die Adlerperspektive gehen und uns überlegen: Was kann man tun? Wie kann man sich bei aller Unberechenbarkeit von Corona doch auf diese Zeit des Lockdowns vorbereiten?

Ich habe eine Liste zusammengestellt von den großartigen Vorschlägen, die so im Laufe der unterschiedlichen Sessions bisher zusammengekommen sind:

  1. An sich selbst denken im Sinne von “auf sich achten”
  2. Die Wertschätzung dem gegenüber bringen, was für einen selbstverständlich ist
  3. Schauen, wo es uns jetzt schon gut geht
  4. Versuchen, in Chancen zu denken
  5. Zu überlegen: Was macht das jetzt mit mir und wie gehe ich damit aktiv um?
  6. “Optimismus ist die einzige Alternative.” Karl Popper
  7. Retro machen: Was läuft gut. Wo kann ich lernen?
  8. Vier  wichtige Aspekte, um auf sich zu achten: Licht, Bewegung, gutes Essen und was Schönes unternehmen/machen
  9. Dinge tun, die man auch tun will
  10. Sich die Frage stellen: Wie kann es gut werden?
  11. Kuchenzoomkonferenz
  12. virtuelle Spaziergänge bei schlechtem Wetter
  13. ein neues Hobby entdecken
  14. Meditation und Achtsamkeit
  15. Qualitytime mit Freunden und Familie
  16. Bullet Journal
  17. neue Rezepte probieren
  18. Kulturelle Zoomabende
  19. Never lunch alone
  20. Online-Weinproben oder andere Getränke
  21. Austausch mit Freunden und Personen, die mir wichtig sind bzw. geworden sind
  22. Playlists  für Prime/Netflix, … erstellen und „abarbeiten“
  23. Virtuelle Weihnachtsfeier für die Firma planen; ich auch 🙂
  24. Spiele über Webkonferenz spielen

Wenn man sich ein bis zwei Punkte pro Woche für die kommende Zeit anschaut, darüber nachdenkt und ausprobiert, ist der Weg geebnet, um  gut über den Winter zu kommen. Und dann fängt das Frühjahr an.

Ich möchte mit diesem Artikel dazu anregen, im jeweiligen Wirkungskreis eine Frederick Session mit den Freunden oder mit den Kollegen zu machen. Erzählen Sie dazu einfach die Geschichte von Frederick der Maus und stellen Sie dann die Frage, wie man sich auf den Corona Winter vorbereiten kann. Daraufhin gilt es sich 10 Minuten Zeit zum Nachdenken und Aufschreiben zu geben,  bevor die Ergebnisse zusammentragen und genauer erläutert werden. Das ist  mit sehr einfachen Mitteln in einer Webkonferenz umsetzbar.

Helfen Sie sich und anderen, sich selbst in die Adlerperspektive zu begeben, sich dadurch vorzubereiten und sich überraschen zu lassen von den Ideen der Gruppe!
Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Bleiben Sie gesund.

Hannes Kropf